Judengasse


In Hälfte des 15. Jahrhunderts haben sich hinter dem zerstörten Augustinerkloster die ankommenden Juden angesiedelt, die den ganzen südöstlichen Teil des historischen Kerns besetzt haben, der sich zwischen dem heutigen Platz von Tomáš Garriq Masaryk und der Stadtbefestigung befindet. Die Judenbewohner haben die Häuser und Parzellen in Lokalität nördlich vom Platz, in der heutigen Školní Straße, wieder unmittelbar an der Umwallung besetzt. Das südliche jüdische Hauptstadtviertel bestand aus einem Block von Häusern, die durch Straßen getrennt waren. Die ostwestliche Hauptstraße nannte man zusammen mit den anliegenden Gässchen Jüdische Straße, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts haben die einzelnen Teile der Straßen ihre eigenen Namen bekommen. Von den Bauten der jüdischen Institutionen war hier neben der Synagoge auch eine alte jüdische Talmud-Thora-Schule Demelova 35. Gemeinbüros mit der Rabbiwohnung befanden sich im Gebäude in der Úprkova Str. Konskr.-Nr. 73. 

Untergang der jüdischen Kommunität in Prostějov brachte der II. Weltkrieg mit sich. Im Rahmen der sgt. endgültigen Lösung der jüdischen Frage wurden im Juni und Juli des Jahres 1942 in die Theresienstadt, und nachfolgend in die Vernichtungslager, mehr als 1600 Leute abgeschleppt. Die jüdische Stadt wurde im Jahre 1945 während der Luftangriffe mehrmals getroffen. Bis Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden ungefähr 15 Häuser, bis 1989 dann weitere 45 Häuser niedergerissen. Völlig saniert wurde der Häuserblock in der Školní Straße. Einige Häuser aus der ehemaligen jüdischen Stadt blieben zwischen den Straßen Úprkova - Hradební – Kostelní stehen. Das Gebäude der Neuen Synagoge wurde für Bedürfnisse der Husův sbor církve československé husitské (Hus-Gemeinde der tschechoslowakischen hussitischen Kirche) umgebaut. Die ursprüngliche Synagoge bet ha - midraš steht in der Demelova Straße.

Hergestellt 4.11.2015 16:08:41 | gelesen 2074x | Jiří Třísko
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